WICKELWISSEN - Richtige Temperatur - Der Wickelspezialist

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WICKELWISSEN - Richtige Temperatur

WICKELINFO


Verantwortlicher Umgang mit Wickelgamaschen am Pferd

Die aufgeführten Zitate sind entnommen aus folgendem Buch:
Oberst a.D. Spohr, Peter: Die Bein- und Hufleiden der Pferde von Spohr - Ihre Entstehung, Verhütung und arzneilose Heilung,
6. Auflage, Leibzig, Verlag von Arwed Strauch, Mai 1897



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Wichtiger Hinweis

Verwenden Sie Informationen aus der Web-seite nicht als Grundlage für gesundheits-bezogene Entscheidungen und treffen Sie keine Diagnosen. Die Auszüge aus der an-gegebenen Literatur dienen der allge-meinen Information über ein Gesundheits-thema, nicht der Beratung im Falle persön-licher Anliegen.

Bei der Erkrankung eines Tieres konsul-tieren Sie bitte einen Tierarzt oder Tierheil-praktiker. Eine umfassende Untersuchung und eine fundierte Diagnose kann zu einer geeigneten Therapieentscheidung und einer segensreichen Genesung führen. Medikamentengaben und Anwendungen sollten nur nach Absprache mit einem Tierarzt oder Heilpraktiker erfolgen.















"... Wichtiger fast noch, als die Bäder sind die feuchten, mit Wolle überdeckten Wicklungen, die sog. hydropathischen Umschläge. Nach der beabsichtigten Wirkung und dadurch modifizierten Ausführung sind praktisch 3 Arten zu unterscheiden:"
"Die sog. erregenden Einwicklungen sollen möglichst rasch feuchte Wärme durch Rei-zung der tierischen Haut erzeugen. Zu dem Ende müssen die dazu verwendbaren Bin-den in brunnenfrisches Wasser (12° -15° C, ja 9°-10° C) getaucht und so stark als mög-lich ausgerungen werden, so dass sie nur eben feucht bleiben.
Sie finden ihre Anwendung sowohl bei alten chronischen Beinleiden, wie besonders zur Stärkung und Erquickung der Pferdebeine nach Heilung von großen Strapazen. ..."

"... Die ausziehenden Einwicklungen finden die häufigste Anwendung und ist daher auch ihre richtige Anwendung am wichtigsten. Ihr Zweck ist neben der Erzeugung einer gleichmäßigen, länger anhaltenden feuchten Wärme die Lieferung einer solchen Menge Wasserdunstes, dass dieser seine ausziehende und auslösende Kraft auf das Kapillargefäßsystem und in diesem etwa vorhandene Fremd- oder Krankheitsstoffe äußern kann. Sie unter-scheiden sich von der vorangeführten Klasse durch die mäßigere Temperatur des verwendeten Wassers (17°-25° C)  
Anwendung bei allen akuten Entzün-dungen, Verstauchungen, Zerrungen der Beine, sowie bei chronischen Beinleiden in deren eigentlicher Heilperiode. ..."

"... Die beruhigenden Einwicklungen und Kompressen bezwecken eine mäßige, aber dauernde und gleichförmige Wärmeent-ziehung z.B. als Ganzeinpackung und Ein-wicklung ganzer Körperteile (des Halses, der Brust, des Bauches und des Rückens, der Beine von oben bis unten) namentlich bei hochgradigen Entzündungen und heftigen Fiebern, sowie Aussaugung von Eiter und Fremdstoffen aus offenen Geschwüren, Druck- und sonstigen eiternden Wunden. Sie werden mit höher temperiertem Wasser (22°-30° C) befeuchtet, mäßig ausgerungen, so dass sie noch pappig anliegen. …"


" Die hier erörterten erregenden, ausziehenden und beruhigenden Einwicklungen finden als Ganzeinwicklungen bei einzelnen entzündlichen Krankheitsfällen, so namentlich bei Faulfieber, rheumatischen Entzündungsfieber (gewöhnlich totaler Verschlag genannt) u.f.w. Anwendungen.  …"


"Kühlende Umschlage (…) haben stets den Zweck einer intensiven Wärmeentziehung an einzelnen Körperstellen. Sie finden daher ausgiebige Anwendung meist nur bei hochgradigen Entzündungen edler Teile (Gehirnentzündung, Koller, Lungenentzündung, Augenent-zündung ec.), aber bei Wunden und heftigen äußeren Contusionen (Verstauchungen, Zerrungen, Ausrenkungen) nur vorübergehend und in besonderen Fällen. Sie bestehen aus 4-12 fach gelegter, in Wasser von 9-23°C getauchter Leinwand, werden nur so weit ausgerungen, dass sie nicht allzu stark triefen und in der Regel ohne alle trockene Überdeckung aufgelegt."


Missbrauch des kühlenden Verfahrens (Eis)
"Mit keiner Heilanwendungsform des Wassers hat die Allöopathie wohl stärkeren Missbrauch getrieben und treibt ihn heute noch als mit den kühlenden Umschlägen bzw. dem kühlenden Verfahren. Sie hat oft mit ihnen ganz in ihrem Geiste (contraria contrariis) nicht nur intensivste Wärmeentziehung, sondern geradezu völlige Wärmeunter-drückung angestrebt und erreicht. Daher die Applikation von eisgekühltem Wasser und selbst von Eis. Sie unter-drückt hierdurch entweder gänzlich den Blutumlauf der behandelten Stelle und ruft dadurch eine Reihe neuer Krankheitserscheinungen, namentlich die sogenannten Metastasen (z.B. wird aus einer Gehirn- eine Herzbeutelentzündung) sowie örtliche Lähmungen, Rheumatismus ec. hervor, oder es entsteht da, wo diese Unterdrückung nicht gelingt, ein um so stürmischerer Blutzufluss zu dem misshandelten Teile, der alle Gefahren eines gesteigerten Krankheitszustandes in sich birgt. Wie wenig alle diese schlimmen Erfahrungen aber im Stande gewesen sind, von solchem falschen (wenn auch sehr einfachen und rohen) Verfahren abstehen zu lassen, davon liefert die Pferdewelt noch täglich bedauernswerte Belege. Es bedarf hiernach keiner ferneren Auseinandersetzung, dass die Naturheilkunde den Gebrauch von Eis gänzlich verwirft und auch eisgekühltes Wasser nur bis zur Brunnentemperatur ( 9°C) abwärts in dem Falle zulässig findet, wenn natürliches Wasser von solcher Temperatur nicht zu haben wäre."

"Die Erfahrung hat gezeigt, dass selbst von dem kühlenden Verfahren mit brunnenfrischem Wasser nur ein vorsichtiger Gebrauch ge-macht werden darf, da namentlich anhaltendes Kühlen mit solchem entweder die Reaktion des Organismus zu hart herausfordert oder gänzlich unterdrückt, d.h. an der Oberfläche, während im Inneren des Organismus starke Wärmeanstauungen entstehen. Wo daher, wie bei Gehirnentzündungen, Augenentzündungen ec. anhaltender gekühlt werden muss, verwendet man Wasser von 15°-23° C."



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Unsere neuen Wickelgamaschen
Sind wir 100 Jahre zu spät?

Wickelanwendungen wurden schon vor über 100 Jahren an Pferden erfolgreich praktiziert. Oberst a.D. Spohr (1828 - 1918) beschrieb in seinem Buch "Die Bein- und Hufleiden der Pferde von Spohr - Ihre Ent-stehung, Verhütung und arzneilose Heilung" umfassend die hydrotherapeutischen Umschläge (Wickel) am Pferd. Seine naturheilkundlichen Erkenntnisse kommen uns heute wieder zu gute.
MANUFAKTUR MuliMann stellt Therapeuten und dem ambitionierten Pferdehalter die geeigneten Hilfsmittel in Form der MuliMann Aktiv-Gamaschen zur Verfügung. Die genial einfache Wickelgamasche für gesunde und kraftvolle Pferde.

Peter-Spohr-Pferd
Peter Spohr zu Pferde im Alter von 84 Jahren (Fotos: wikipedia am 04.07.2018)

Analog zu dem Einsatz der Blutegel betitelte Spohr die Wickel auch als "Säfte-Egel".




Wer war Peter Spohr?

Peter Hartmuth Spohr (* 27. Februar 1828 in Deutz; † 10. Februar 1921 in Gießen) war ein preußischer Offizier und Verfasser zahlreicher militärischer Schriften. Sein Hauptinteresse aber galt den Pferden (Klassische Reitkunst und Heilkunde) sowie den Naturheilkundlichen Behandlungsme-thoden seiner Zeit (u. a. Die Rolle der Medizin in meinem Leben, Die Bein- und Hufleiden der Pferde, Die Logik in der Reitkunst). (Quelle Foto und Text: wikipedia, gezogen am 04.07.2018)

Peter-Spohr-Pferd
Peter Hartmuth Spohr
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